Das Ökowerkgelände ist von einer großen Strukturvielfalt geprägt, welche als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zur Naturbeobachtung einlädt.

Die große Teichlandschaft bietet Einblicke in das Leben der Wassertiere.

Der idyllische Gartenbereich im hinteren Teil des Geländes ist in

Steingarten,

Blütenbesuchergarten,

Heilkräutergarten,

Biogarten, und

Streuobstwiese unterteilt.

Hier finden Schmetterlinge, Fliegen,  Käfer und mehr als 120 (!!) Bienenarten ein zu Hause.

Der Nutzen eines Gründachs wurde schon 1871 erkannt und bewirkte eine Kühlung der darunterliegenden Filterhallen.


Der naturnahe Erlebnisgarten im Ökowerk

Im Gegensatz zum konventionellen Ziergarten, in dem man häufig hochgezüchtete Zierpflanzen vorfindet, die viel Pflegeaufwand erfordern und für die einheimische Tierwelt oft nicht nutzbar sind, wird im Ökowerk ein naturnaher Garten gefördert. Dieser Garten wurde nicht im Sinne eines Naturschutzgebietes, sondern als Erlebnisgarten gestaltet. Hier werden natürliche Lebensräume, wie Hecke, Wiese, Teich oder Felsen mit der typischen Pflanzen- und Tierwelt gepflegt. Dies gilt auch für Nutz-, Heilkräuter- und Blütenbesuchergarten (Ziergarten). In den Gift- und Arzneipflanzenbeeten sind die Beete nach Pflanzenfamilien angeordnet, z.B. findet man hier den Roten Fingerhut

(Digitalis purpurea), das Maiglöckchen (Convallaria mayalis), die zu unseren bunten Ackerfeldern gehörende Korn-Rade (Agrostenna githago) und die Christrose (Helleborus niger). Im Färberpflanzenbeet wachsen z.B. Färber-Ginster (Genista tinctoria) und Färber-Waid (Isatis tinctoria).

Als Nutzpflanzen werden robuste, altbewährte Kulturpflanzen an passendem Standort angebaut. Gedüngt wird nur mit selbst gewonnenem Kompost und mit unschädlichen Zusätzen wie Kalk, Gesteinsmehl oder Kräuterbrühen. Fruchtwechsel und Mischkulturen beugen dem Schädlingsbefall vor.

Welches sind die Prinzipien des naturnahen Gärtnerns?

Als Zierpflanzen haben Wildpflanzen Mitteleuropas den Vorrang. Zuchtformen werden nur angebaut, wenn sie den Wildarten noch nahe stehen. Ziel ist eine hohe Pflanzenartenvielfalt, die einer artenreichen Tierwelt einen Lebensraum bietet. Nicht einheimische Zierpflanzen sollten nur dann in die Gärten übernommen werden, wenn sie der einheimischen Tierwelt Nutzen bringen.

Im naturnahen Garten können auch seltene Pflanzenarten, die als Wildpflanzen unter Naturschutz stehen, gedeihen. Wie die Abbildungen zeigen, kann man im Blütenbesucher- und Steingarten des Ökowerks eine Reihe geschützter Wildpflanzen kennen lernen.

Wichtiger Hinweis für den Naturgarten-Liebhaber

Der Naturgarten kann aber keinesfalls ein Ersatzrefugium für aussterbende Pflanzenarten darstellen. Geschützt werden müssen diese Pflanzenarten auch in ihrem natürlichen Lebensraum. Da diese Lebensräume immer mehr eingeschränkt werden, dürfen Wildpflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum nicht gepflückt oder ausgegraben werden, auch ist es verboten, Samen dieser Pflanzen zu sammeln! Wildpflanzen für den naturnahen Garten können in spezialisierten Gärtnereien bezogen werden.